Vom 1.7. bis zum 30.9. werde ich eine persönliche Sabbatzeit nehmen. Viele haben mich gefragt, was eine solche Zeit eigentlich bedeutet und was ich da machen werde. Zunächst zum Sabbat: Das Wort „Sabbat“ erinnert uns daran, dass Gott uns Menschen nicht nur zum Arbeiten geschaffen hat, sondern auch zur Ruhe. Das Wort Sabbat kommt aus dem Hebräischen: שַׁבָּת (Schabbat). Wörtlich bedeutet es: „aufhören“, „innehalten“, „ruhen“ oder „mit etwas aufhören“.
Der entscheidende Gedanke ist dabei nicht einfach nur „nichts tun“, sondern das bewusste Unterbrechen der Arbeit. Im Schöpfungsbericht heißt es, dass Gott am siebten Tag von seinem Werk „ruhte“. Das tat er nicht, weil er erschöpft war vom Schöpfen, sondern die Ruhe vollendete die Schöpfung.
Der Sabbat trägt deshalb eine tiefe geistliche Botschaft:
Ich höre auf zu leisten. Ich darf einfach sein.
Ich lasse die Welt für einen Tag ohne mein Zutun weiterlaufen.
Sehr schön finde ich die Formulierung: "Ich tue einen Tag so, als ob alles erledigt wäre." :-)
Ich vertraue darauf, dass Gott der Herr meines Lebens und meiner Zeit ist.
Ich nehme mir Zeit für Gott, für Menschen und für die Freude an seiner Schöpfung.
Ein Rabbi hat den Sabbat einmal sinngemäß so beschrieben: „Am Sabbat halten wir nicht nur einen Tag frei – der Sabbat hält uns frei.“
Für mich persönlich sind das ganz wichtige Gedanken, weil ich in meinem Pastorendienst oft auch zu viel gearbeitet habe.
In meiner Sabbatzeit möchte ich bewusst das Vertrauen einüben: Die Welt dreht sich weiter – auch ohne mich. Gott hält sie in seinen Händen. Gott verordnet die Ruhe nicht als Belastung, sondern als Geschenk. Ein Tag in der Woche soll anders sein – ein Tag, an dem wir unsere Arbeit ruhen lassen, durchatmen und uns neu auf Gott ausrichten.
In meinem Alltag fällt mir das oft schwer. Es gibt immer noch eine E-Mail, eine Aufgabe, eine Verpflichtung. Doch Gott weiß: Meine Seele braucht Zeiten der Unterbrechung. Nicht mein Tun bestimmt meinen Wert, sondern die Tatsache, dass ich von Gott geliebt bin.
Meine Sabbatzeit ist für mich eine Zeit, um zur Ruhe zu kommen, Gott neu zu begegnen, Kraft zu schöpfen und mit einem offenen Herzen auf ihn zu hören.
Vielleicht ist diese Zeit auch eine Einladung an Dich, den eigenen Rhythmus zu überdenken: Wo gibt es in meinem Leben Raum für einen echten Sabbat? Wo nehme ich mir Zeit, um einfach bei mir selbst und bei Gott zu sein?
Ich freue mich darauf, nach dieser Zeit mit neuen Eindrücken und frischer Kraft wieder zurückzukommen.
Herzlich, Euer Burkhard Senf