Apostel Harburg

Inspiration

„Man hätte doch…!“ – Wann hast Du das zuletzt gehört? Oder vielleicht selbst gesagt?

„Man hätte doch etwas sagen können!“
„Man hätte doch eingreifen müssen!“
„Man hätte doch helfen können!“

Als unbeteiligter Zuschauer oder vom Sofa aus betrachtet sieht ja vieles klar und einfach aus. Da sind wir immer schlauer. Vor allem hinterher.

Als Jesus mit einigen anderen beim Essen zusammen sitzt, geschieht etwas Unerwartetes: Eine Frau kommt mit einem Gefäß voll kostbarem Nardenöl herein. Sie zerbricht es und gießt das Öl über Jesu Kopf. Ein geradezu verschwenderischer Akt. Warum macht sie das? Was soll das? Und sofort ereifern sich die anderen Anwesenden: „Man hätte doch…“:

„Man hätte das Öl verkaufen können!“
„Man hätte den Erlös den Armen geben können!“

Wie vernünftig das klingt. Wie sozial. Wie durchdacht. Wollte Jesus nicht selbst, dass wir uns für die Armen einsetzen? Aber dieses „Man hätte doch…“ bleibt Theorie. Es bleibt beim Reden über das Gute – nicht beim Tun. 

Während die Frau tatsächlich handelt, diskutieren die anderen, was man stattdessen hätte tun können.
Während sie überschwänglich gibt, rechnen die anderen den Wert des Öls nach.
Während sie mit Jesus in Beziehung tritt, reden die anderen über sie.

Jesus sagt dazu: „Sie hat ein gutes Werk an mir getan.“ Wir sehen: Das Gute geschieht nicht dort, wo es am besten begründet wird. Sondern dort, wo es gewagt wird. Das Reich Gottes wächst nicht aus Möglichkeiten. Es wächst aus konkreten Taten. Die Frau sagt kein großes Wort. Sie hält keine Rede. Sie tut einfach das Gute – genau jetzt.

Und Du?

Gottes Segen wünscht Rena Lewitz

P.S. Die Geschichte der Salbung Jesu kannst Du übrigens in der Bibel in Markus 14,3-9 nachlesen.