Apostel Harburg

Inspiration: Beten bis der Schweiß tropft

Hast du schon mal so inständig gebetet, dass bei dir der Schweiß tropfte? Ich nicht. Aber schon so manches Mal fühlte ich mich zu müde oder erschöpft zum Beten. Gestern habe ich in der Bibel eine Begebenheit gelesen, die mich neu berührt hat:

In Lukas 22,39-46 wird berichtet, wie Jesus im Garten Gethsemane betet, als ihm Verhaftung, Verspottung, Verurteilung und Kreuzigung unmittelbar bevorstehen. Berührt hat mich die Intensität seines Gebets. Er betete: „Vater, wenn es möglich ist, bewahre mich vor diesem Leiden. Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.“ Dieses Gebet der völligen Hingabe ist ihm nicht leicht von den Lippen gegangen, es war ein inneres Ringen, das ihm viel abverlangt hat.

Jesus ist zugleich ganz Gott und ganz Mensch. Als Gottes Sohn weiß er, wie die ganze Sache ausgehen wird, dass am Ende die Auferstehung zeigen wird: Gottes Macht der Liebe ist stärker als Schmerz und Leid und Tod. Und er ist bereit, diesen Weg aus Liebe zu uns zu gehen. Aber als Mensch steckt er mittendrin und erlebt die Situation mit allen schmerzhaften und aufwühlenden Gefühlen. Und das zerreißt ihn fast. Die Bibel berichtet, dass Jesus Todesängste (!) litt und beim eindringlichen Beten schweißnass vor Anspannung war. Was für ein intensives Beten! Und was für ein Trost für uns! Jesus kennt die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle, auch die schlimmste Anspannung, Angst und Not! Er hat all das selbst erlebt und ist uns darum ganz nah, wenn wir ähnliches erleben. Wir dürfen gewiss sein: Selbst in den schlimmsten Situationen sind wir nie allein. Jesus ist da.

Auch die Jünger waren erschöpft von ihren Sorgen und ihrer Trauer. Jesus hatte sie zum Beten aufgefordert, damit sie nicht in Versuchung geraten, aber sie waren so erschöpft, dass sie eingeschlafen waren. Wie menschlich! Manchmal fehlen einem die Worte und die Kraft zum Beten vor lauter Kummer und Erschöpfung. Doch Jesus bittet sie erneut: „Steht auf und betet, damit ihr der Versuchung widersteht!“

Durch intensives Beten erhöhen wir nicht die Wahrscheinlichkeit für einen Ausgang, der unseren menschlichen Wünschen entspricht. Aber es bringt uns näher mit Gott in Beziehung, der uns Trost und Kraft gibt, schwierige Situationen durchzustehen und der manchmal auch Wunder wirkt.

Jesus lädt auch uns ein zum Beten. Nimm dir doch heute Zeit dafür und bete auf deine Weise - in der Stille, mit einem Psalm oder mit deinen persönlichen Worten, mal kurz zwischendurch oder auch mit ganzer Hingabe und inbrünstig bis der Schweiß tropft.

Eine gesegnete verbleibende Passionszeit wünscht Euch Rena Lewitz