Der dritte Advent steht vor der Tür. Nach dem namenlosen Wirt kommt diesmal wieder eine bekannte Figur der Weihnachtsgeschichte zu Wort. Vielleicht hat sie sich solche Gedanken gemacht:
Es ist viel. Zu viel? Vielleicht… Ich bin müde. Meine Füße tun weh. Der Rücken sowieso. Ich bin erschöpft. Aber nicht nur körperlich. Den ganzen Tag schwärmt Josef um mich herum. Fragt mich tausend Mal, was er tun kann und ob es mir den gut gehe. Was ich bräuchte, und wie er mir helfen könne. Herr im Himmel…. Ich weiß, er meint es nur gut. Aber am meisten würde er mir helfen, wenn ich nicht den ganzen Tag so tun müsste, als wäre diese Wanderung kein Problem für eine hochschwangere Frau, damit er sich weniger Sorgen macht. Ich weiß, er will nur helfen und für mich da sein. Obwohl das Kind nicht mal seines ist. Aber jetzt gerade? Jetzt gerade fühlt es sich an, als würde sein Wunsch zu helfen es nur noch schwerer machen. Langsam gehen mir die Kleinigkeiten aus, die ich ihm aufgeben kann, damit er das Gefühl hat beschäftigt zu sein. Wirklich helfen kann er mir schließlich nicht. Er kann nicht für mich wandern, kann den Weg nicht beenden, kann diese Zählung nicht verschwinden lassen oder dafür sorgen, dass das Kind jetzt sofort geboren wird.
Alles, was er wirklich tun kann, macht er doch schon. Er zeigt mir, dass er für mich da ist. Auch jetzt. Auch in dieser schwierigen Zeit. Er tut alles in seiner Macht und hilft mir dabei zu vertrauen, dass alles gut werden wird. Weil ich weiß, dass nicht nur Gott, sondern auch er bei mir ist. Sieht er denn nicht, dass das im Moment genug für mich ist? Vielleicht nicht. Vielleicht sieht er es nicht. Vielleicht denkt er, ich erwarte mehr. Oder er denkt Gott würde mehr erwarten. Dabei gibt er doch schon mehr als genug.
Vielleicht sollte ich es ihm einfach sagen. Dass er sich keine Sorgen machen muss. Dass er genug macht und genug ist. Ihm sagen, wieviel er mir hilft, einfach nur weil er in dieser anstrengenden Zeit an meiner Seite ist, egal was um uns herum geschieht. Weil Gott ihn mir an die Seite gestellt hat.
Es ist viel. Zu viel? Nein. Weil ich weiß, dass ich nicht allein bin.