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„Natürliche Gemeindeentwicklung“ – Umfrage und Ergebnis
Als wir Ende letzten Jahres beschlossen haben, uns auf den Gemeindeaufbauprozess namens „Natürliche Gemeinde-Entwicklung“ (NGE) einzulassen, hatten wir nur eine vage Vorstellung davon, wie wertvoll dieser Prozess für unsere Gemeinde sein könnte.
Im Frühjahr ging es richtig los. Über 80 Mitglieder unserer Gemeinde haben einen Fragebogen ausgefüllt und abgegeben, der genau abgefragt hat, wie gesund unsere Gemeinde in Bezug auf acht Qualitätsmerkmale ist, die nach empirischen Studien und biblischen Aussagen zentral für Gemeindewachstum sind.
Die Ergebnisse, die am 10. Juni von dem Leiter der Natürlichen Gemeinde-Entwicklung in Deutschland, Oliver Schippers, in größerer Runde vorgestellt wurden, waren sowohl ermutigend als auch richtungsweisend.
So erwiesen sich die Bereiche „bevollmächtige Leitung“ und auch „gabenorientierte Mitarbeiterschaft“ als besondere Stärken. Wir haben eine Leitung, die mit gutem Beispiel vorangeht, sinnvoll delegiert, innovativ ist und stets auf der Suche nach Wegen ist, Gemeindewachstum zu fördern. Außerdem sind wir mit dem Gabenseminar gut darauf ausgerichtet, Ehrenamtliche ihren Gaben entsprechend einzusetzen.
Bei sechs der acht Qualitätsmerkmale lag die Durchschnittsbewertung unserer Gemeinde zwischen 60 und 70 Punkten und damit klar über dem Durchschnitt in Deutschland (50) - ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Bei dem Qualitätsmerkmal „bedürfnisorientierte Evangelisation“ sackte das Ergebnis ein wenig ab (54), wenngleich der besucherfreundliche Welcome-Gottesdienst und das Streben der Leitung, Außenstehende zu erreichen, sehr positiv ins Gewicht fielen.
Bei dem Merkmal „leidenschaftliche Spiritualität“ wurde schließlich deutlicher Handlungsbedarf erkennbar, obwohl die Antwort auf die Frage „Sind Sie von Ihrer Gemeinde begeistert“ sehr positiv bewertet wurde! Bei näherer Betrachtung einzelner Fragen wurde schnell deutlich, dass sich diese Gemeinde-Begeisterung oft nicht in eine Leidenschaft für Gott überträgt.Wir sind offenbar gut darin, in die Gemeinde einzuladen, schwächer jedoch darin, zu einer persönlichen Beziehung zu Gott einzuladen.
Es fällt uns leichter über die Gemeinde zu reden und Gemeinschaft zu erleben, als über Gott zu reden oder gar sein Wirken in unserem Leben zu erkennen und einander davon zu erzählen. Letzteres gilt sowohl innerhalb der Gemeinde als auch „nach außen“.
Viele Beziehungen untereinander sind sehr liebevoll, jedoch beten wir nicht so oft füreinander bzw. sagen es dem anderen. Außerdem ist unser persönliches Bibellesen relativ schwach ausgeprägt, als ob wir hier wenig von Gott erwarten würden.
Festgestellt wurde auch, dass es in einer größeren Gemeinde wie der unsrigen manchmal schwer ist, für den Einzelnen da zu sein und ihn zu ermutigen. Häufig sind wir mit unseren Angeboten auf „die Vielen“ ausgerichtet.
Wie gehen wir nun mit einer solchen Fülle von wertvollen Erkenntnissen um?
Darum ging es am 11.6.11 in einem Workshop, an dem Mitglieder des Kirchenvorstandes und des Gemeinde-Entwicklungsteams teilnahmen. Nach einem intensiven Austausch wurden vier Arbeitsgruppen eingerichtet, die den folgenden, möglichen Themen/Maßnahmen nachgehen:
1. Einrichtung eines „Patensystems“, das dazu dient, den Einzelnen mehr in den Blick zu nehmen und zu unterstützen.
2. Organisation eines „Gemeindetages“, bei dem es darum geht, zu entdecken, wie der/die Einzelne Gott am ehesten erlebt (z.B. durch Bibellesen, Stille, in der Natur, Segnung, Handeln etc.) und wie man diesen Zugang fördern und weiter entwickeln kann.
Diese Gruppe brachte außerdem den Vorschlag ein, dass die nächste Gemeindefreizeit (Mai 2012) unter der Überschrift „Gott im Alltag“ stattfinden sollte.
3. Häufigere Glaubensberichte (was erlebe ich im Alltag mit Gott und wie erkenne ich das überhaupt?) in Gottesdiensten, Kleingruppen und persönlichen Gesprächen.
4. Einführung eines Raumes der Stille im Kirchengebäude, der zu bestimmten Zeiten zur Meditation/zum Gebet genutzt werden kann.
Über die Ergebnisse dieser Gruppen werden wir Sie im Laufe dieses Jahres gesondert informieren. Wenn jemand gleich merkt, dass „sein“ Thema dabei ist, freuen sich die Arbeitsgruppen über Verstärkung.
Diese Arbeitsgruppen sind gut und wichtig, doch ist und bleibt „leidenschaftliche Spiritualität“ natürlich ein Thema, wofür der/die Einzelne weitestgehend selbst verantwortlich ist. Wie lebendig ist meine Beziehung zu Gott? Wann erlebe ich Gottes Wirken in meinem Leben? Was kann ich tun, um meine Beziehung zu Gott zu verbessern?
Wir möchten Sie ermutigen, sich diesen Fragen zu stellen und sich mit anderen Gemeindemitgliedern darüber auszutauschen.
Was würde passieren, wenn wir künftig als Einzelne und als Gemeinde eine gesündere leidenschaftliche Spiritualität erlebten? Eine gesündere Gemeinde, so die Überzeugung und die Erfahrung von NGE, wächst von alleine. Die Menschen wachsen innerlich und es kommen mehr Menschen hinzu. Wir sind gespannt, welches Wachstum Gott uns hier schenkt.
Wie eingangs erwähnt, ist die „Natürliche Gemeinde-Entwicklung“ ein Prozess. Daher geht es immer weiter (die Gemeinde entwickelt sich ja so oder so weiter!). Durchaus vorstellbar wäre es folglich, in etwa eineinhalb Jahren die Befragung zu wiederholen, um zu schauen, welche Fortschritte wir als Gemeinde gemacht haben und welche Schritte als nächstes dran sind. Schön, dass Sie auch mit Ihrem Interesse an diesem Schreiben auf unserem gemeinsamen Weg mit dabei sind.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
David Sills, Projektleiter: Tel.: 6905168 oder per Mail.
Burkhard Senf, Pastor: Tel.: 760 06 71 oder per Mail.
Hier finden Sie eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse unserer Umfrage
Bitte laden Sie sich die Datei "2011.07 - Natürliche Gemeindeentwicklung - Ergebnis" herunter.





